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Dr. Hans Klöpfer berichtet über ein Gespräch während einer  Bahnreise von Graz nach Wies in der Weststeiermark.

Dahoam

 

Zwoa Bauern -- sie hant si no weiter net kennt --

­foahrn hoamzua vun Fetznmorkt drobm auf da Lend
 
mitn Obndzug, der -- wann ma's ganz genau nimmb --

gern so uma neuni af die Wies zuwakimmb.
 
Sie rachn und roatn und schaun schöa stad
 
a jeds bei sein Fenster, wia die Gegnd si draht.

Dar Oa waar bold völli da Noblari gwäin,
 
und so follt's eahm gach ein, er sullt do amol redn.

A Stückl vor Straßgang scha kimmb's eahm in Sinn,

und gleim vor Premstättn frogg a richti: "Wohinn?"

,Auf die W'ies', sogg dar Oa, und da Andre: ,,0 mein!

Do kimmst heut scha tiaf in die Finsternus 'nein.

Bist nochand bei Wies?" ,Na, vun Wies han i holt

noch da Stroßn a Stund bis in Moarkt Eibiswold.'

„So wuhl, Eibiswold! I bin durt net bekonnt,
 
host gwiß a schöas Gschäftl durt wo umanond?“,

,Grod z' Eibiswold net; von duat gehr i rund

übern Berg auf Sankt Oswold in zwoaraholb Stund.'

„ln Gottsnamm! Sankt Oswold! Hast sicha da hint

a lonkwalas Hausn und stücklane Gründ?"

,Waar weita net aus, und as taugat ma schier,
 
waar's wo ondat net schöana als z' Oswold - „Ja wia?"

,Vun Oswold aus gehr i holt sistn akrat
 
no drei Stund in die Soboth, schöa gschmeidi und stad.'

„Herrgott in dein Reich! In die Soboth, so weit!
 
Da glab i's, wia nocha das Rostn di gfreut!“
 
,No han i dawal in da Soboth nix z' toan,
 
kleba ondatholb Stund spring i furt nochn Roan

ganz gmüatli, und wir dabei net amol woam,
 
za da Woldhanslkeuschn,
und scha bin i dahoam!“

Daheim



Zwei Bauern -- sie haben sich weiter nicht gekannt--

fahren nachhause vom Fetzenmarkt auf dem Lend (Lendplatz)

mit dem Abendzug, der wenn man es genau nimmt--

er gern so um neun (Uhr) bei Wies ankommt.

Sie rauchen und grübeln und schauen schön ruhig

ein jedes bei seinem Fenster, wie die Gegend sich dreht.

Der Eine wäre bald völlig der Noblere gewesen,

und so fällt es ihm plötzlich ein, er sollte doch einmal reden.

Ein Stücklein vor Straßgang schon kommt es ihm in den Sinn,

und gleich vor Premstätten fragt er richtig: „Wohin?“

,Nach Wies', sagt der Andere: „ O mein!

Da kommst heute schon tief in die Finsternis hinein.

Bist nacher von Wies?“ ,Nein von Wies hab ich halt

nach der Straße eine Stunde bis Markt Eibiswald.'

„So wohl, Eibiswald! Ich bin dort nicht bekannt (kenne niemand),

hast gewiß ein schönes Geschäft dort oder in der Nähe?“

,Grade zu Eibiswald nicht; von dort gehe ich rund

über den Berg nach St.Oswald in zweieinhalb Stund'.'

„In Gottesnamen! Sankt Oswald! Hast sicher da hinten

ein  schmuckes Haus und  mehrere Gründe?“

,Es schließt Weiteres nicht aus, und es taugert mir sehr;

es wäre wo anders nicht schöner als zu Oswald- „Ja wie?“

,Von Oswald aus gehe ich sonst flott

noch drei Stunden in die Soboth, schön geschmeidig und ruhig.'

„Herrgott in dein Reich! In die Soboth, so weit!

Da glaube ich es dir, wie nacher das Rasten dich erfreut!“

„Nun habe ich inzwischen in der Soboth nichts zu tun,

zirka eineinhalb Stunden springe ich fort nach dem Rain,

ganz gemütlich und werde dabei nicht einmal warm,

zu der Waldhanslkeusche,

und schon bin ich daheim!“







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